Die CPL(A) und die ATPL(A). Fliegen als Beruf.

Mit der Privatpilotenlizenz PPL(A) haben Sie den ersten Schritt schon einmal geschafft. Nun träumen Sie davon, als Pilot auch Geld zu verdienen? Dann benötigen Sie eine Ausbildung zum Berufspilot oder zum Verkehrspilot. Doch welche Lizenz ist für mich die richtige?

CPL(A) Lizenz für Berufspiloten: Mit einer CPL dürfen Sie zunächst grundsätzlich Geld verdienen, also beruflich und gewerbsmäßig (d. h. als Pilot gegen Bezahlung) Flüge durchführen. Die Abkürzung CPL steht hierbei für Commercial Pilot License. Doch was dürfen Sie genau? Sie dürfen Passagiere gegen Entgelt transportieren (z.B. bei einem Flugbetrieb oder einer Fluglinie), als Fluglehrer arbeiten, Arbeitsflüge wie z.B. Werbebanner schleppen o.ä. gewerbliche Tätigkeiten ausüben. Die CPL(A) berechtigt zum Führen von Luftfahrzeugen aller eingetragener Muster als verantwortlicher Pilot, insofern der Flugzeugtyp von nur einem Piloten betrieben werden darf, z.B. King-Air oder CitationJet, bzw. Flugzeuge mit einem höchstzulässigen Abfluggewicht bis 5.700 kg oder/und bis 9 Passagierplätzen.  Das bedeutet im Umkehrschluss, dass Flugzeuge, die nur für den Betrieb von mehreren Piloten zugelassen sind, z.B. Boeing 737 oder Airbus A320, von einem CPL-Besitzer als Kapitän nicht geflogen werden dürfen. CPL(A)-Inhaber dürfen in diesen Flugzeugen aber als „First Officer“ tätig sein.

ATPL(A) Lizenz für Verkehrspiloten: Die Linienpilotenlizenz ist die höchste europäische Pilotenlizenz. Mit dieser Lizenz dürfen alle Flugzeuge beruflich und gewerbsmäßig (d.h. als Pilot gegen Bezahlung) als Kapitän bzw. verantwortlicher Pilot (Pilot in Command) geflogen werden. Hiermit sind Sie berechtigt, Großflugzeuge mit einem höchstzulässigen Abfluggewicht von mehr als 5.700 kg oder mehr als 9 Passagierplätzen als Kapitän bzw. verantwortlicher Pilot zu fliegen.

CPL(A)

Bevor Sie mit der Ausbildung zum CPL(A) beginnen können, müssen einige Vorrausetzungen erfüllt sein.

  • Gültiger PPL nach ICAO-Standard
  • Nachtflugberechtigung
  • Klassen- oder Musterberechtigungen für ein- oder mehrmotorige Flugzeuge
  • Mindestflugerfahrung von 150 Stunden

Die Theorieausbildung vermittelt Ihnen mit 250 Stunden alles, was Sie für das gewerbliche Fliegen wissen müssen. Grundlage hierfür ist das erworbene Wissen aus der Privatpilotenausbildung.

Die Praxisausbildung unfasst 25 Flugstunden. Wenn Sie bereits in Besitz einer Instrumentenflugberechtigung sind, sind lediglich 15 Flugstunden erforderlich.

Unser Tip: Sie wissen heute noch nicht genau, welches fliegerische Tätigkeitsumfeld sie zukünftig anstreben? Die Theorieausbildung für den CPL(A) entspricht inhaltlich in vielen Bereichen der Theorieausbildung für den ATPL(A). Zumal der CPL(A) alleine meist nicht ausreicht, wenn man die CPL(A) beruflich nutzen möchte. Oft wird noch eine IR(A)-Berechtigung und/oder HPA gefordert. Das bedeutet, dass es in vielen Fällen sinnvoll ist, gleich die Theorieausbildung für den ATPL(A) zu absolvieren, da diese auch vollumfänglich für alle anderen Lehrgänge gültig ist und dabei im Verhältnis nur wenig Mehraufwand beim Lernen bedeutet. Lassen Sie sich von uns zu dieser Entscheidung gerne beraten.

ATPL(A)

Ein international gültiger PPL nach ICAO-Standard ist einzige Voraussetzung für den Beginn der modularen ATPL-Ausbildung.  Die theoretische ATPL(A)-Ausbildung kann unmittelbar nach dem Abschluss der PPL(A)-Ausbildung begonnen werden und umfasst mit 650 Theoriestunden auch die gesamte Theorieausbildung für die CPL(A), IR(A), HPA-Ausbildung.

Eine seperate Theorieausbildung für die einzelnen Stufen ist somit nicht mehr erforderlich. Eine ATPL-Ausbildung ist ausschließlich eine Theorieausbildung. Das bedeutet, dass in dieser Ausbildung alleine keinerlei Flugausbildung integriert ist.

Die praktischen Flugausbildungsanteile für CPL(A), IR(A) und ggf. MEP(L) können parallel zur ATPL-Theorie absolviert werden, oder auch im Anschluß. Dabei spielen Ihre individuellen zeitlichen, privaten und auch finanziellen Hintegründe eine wichtige Rolle. Sprechen Sie mit uns über Ihren individuellen zeitlichen Ablauf.

Mit Abschluss ihrer Ausbildung zum ATPL(A) erhalten Sie nach einer Flugerfahrung von 200 Stunden die CPL(A)-Lizenz mit dem Eintrag ATPL-Theorie. Man spreicht hier von der „Frozen-ATPL“.

Zum Erhalt der eigentlichen ATPL benötigen Sie nun eine Flugerfahrung von 1500 Stunden, von denen mindestens 500 Stunden unter „MultiCrew“ geflogen sein müssen.

Der Weg zur Startbahn durch Kooperation

Die Ausblidung zum CPL(A) und ATPL(A) wird von der Motorflugschule Egelsbach GmbH in Kooperation mit der IFR-Flugschule GmbH aus Reichelsheim angeboten. Alle Ausbildungsinhalte können am Standort Egelsbach absolviert werden, da die IFR-Flugschule auch dort vertreten ist. Die Flugzeuge der Motorflugschule können für die Ausbildung zum CPL(A) etc. natürlich verwendet werden. Somit müssen Sie sich nicht umgewöhnen und können sich im gewohnten Umfeld voll auf das Lernen konzentrieren.